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Thema: Schußwaffenwirkung

  1. #71
    Zynischer Historiker Avatar von Vilati Timmadar
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    Auf der anderen Seite muß man auch fragen, ob die Anschaffung einer neuen Waffe wirklich wirtschaftlich ist UND militärisch gerechtfertigt ist.

    Ein gutes G-3 oder eine gute M-16 töten immer noch. Es gibt auch noch viele Pistolen, die teilweise 100 - 150 Jahre alt sind, die heute noch im Einsatz sind und auch noch effektiv sind. Da wäre z.B. der Colt Peacemaker, der immer noch produziert wird und eine US-Halbautomatik-Pistole von 1911, deren Name mir jetzt nicht einfällt.

    Es gibt zwar mittlerweile ganz nette Extras wie Vergrößerungsvisiere, Laserzielpointer, hülsenlose Munition, blablabla, aber ist sowas wirklich nötig?

    Wenn wir uns mal Dritte-Welt-Armeen oder Terroristen ansehen - die kommen lockerst mit alten AK-47 aus.
    Man muß sich also wirklich bei neuen Entwicklungen wie dem G-11 fragen: Stellt diese Waffe wirklich einen so deutlichen Vorteil gegenüber anderen Waffen dar (ohne irgendwelche Kinderkrankheiten und mit hoher Einsatzzuverlässigkeit), daß sich eine große Anschaffung lohnt?
    In meiner Freizeit befehlige ich Götter und Helden.

  2. #72
    Legende Avatar von MadMcAl
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    Hm, mal sehen.

    1. Bessere Munition.
    Die Welt bleibt nicht stehen, und es wird immer weiter an neuen Munitionsarten gearbeitet, mit höherer Genauigkeit, höherer Zuverlässigkeit und wohl am wichtigsten, höherer Effektivität.
    Dummerweise kann man ein aktuelles Waffendesign nur bedingt an neue Munition anpassen.

    2. Gewicht.
    Bessere Materialien und ausgefeiltere Techniken ermöglichen es, das Gewicht einer Waffe substanziell zu veringern.
    Das gute alte G3 wiegt ohne Munition 4,5kg.
    Dagegen kommt ein G36 je nach Ausführung von 2,8kg die G36C bis zu 3,6kg die Standardvariante ungeladen.
    Da kommt dann noch die Munition drauf, zwischen 20 (G3) und 30 (G36) Schuss.
    Noch extremer wird es mit der G11, welche mit 1 geladenem Magazin, 2 in der Waffe zusätzlich getragenen Magazinen á 45 Schuss 4,3kg wiegt.

    3. Genauigkeit.
    Vieleicht der wichtigste Faktor. Wenn in einem Krieg der Gegner in der Lage ist, Dich auf 250m zu töten, Du aber erst auf 200m zurückschießen kannst, sieht das ziemlich dumm für Dich aus.
    Genauso wenn der Gegner mit 3 Schuss (sprich 3 Patronen) tötet, während Du derer 9 brauchst.
    Macht pro einzelner Kampfhandlung nicht viel aus, aber rechne das ganze mal auf 500k Soldaten, wie es in einem Krieg schnell vorkommen kann.
    Das wären dann statt 1,5 Millionen Schuss 4,5 Millionen Schuss.
    Und wenn der Schuss 0,5 Euro kostet (ich gebe zu, ich habe von den Preisen hier keine Ahnung) dann ist das ein Unterschied von 1,5 Millionen.
    Und das wäre insgesammt EINE Kampfhandlung pro Soldat.

    4. Zuverlässigkeit
    Die Terroristen usw. kommen zwar durchaus locker mit den AK-47 aus, aber diese alten Waffen sind aus einer ganz anderen Zeit.
    Ein Auto, welches 1947 designt wurde ist ja auch nicht so zuverlässig wie eines, das 1998 designt wurde.
    Und wenn die älteren Modelle zuverlässiger sind, dann sind sie in der Regel besonders Robust und auf Haltbarkeit ausgelegt, worunter Feuergeschwindigkeit, Bedienbarkeit und Genauigkeit leiden könnten.

    5. Ergonomie
    Egal wie gut die Waffe ist, sie muss zwischenzeitlich gereinigt werden. Je einfacher das ist, desto weniger muss der einzelne Soldat dafür ausgebildet werden und desto weniger Zeit verbringt er damit.
    Ein anderer Faktor der Ergonomie ist, die Bedienbarkeit der Waffe. Je schwerer sie zu bedienen ist, desto mehr muss der Soldat sich darauf konzentrieren, respektive desto intensiver muss der Drill mit der Waffe sein.


    Letzten Endes kann man dazu sagen, das gerade die Punkte 3 und 4 mit einem vorhandenen Gegner enorme Bedeutung gewinnen.
    Wenn der Gegner ein Gewehr hat, das genauer und zuverlässiger ist, dann MUSS man dafür sorgen, das man mindestens gleichzieht, wenn nicht überholt, sofern man dazu irgendwie in der Lage ist.
    Sollte man in der Lage sein, einen Vorteil zu erlangen, ist in einer solchen Situation durchaus eher dazu angeraten, die teurere, aber eben bessere Waffe anzuschaffen.

    Sobald aber ein solcher Feind nicht mehr vorhanden ist, ist natürlich der Druck weg, die Entwicklung wird weitestgehend eingefroren und vieleicht mal kurz auf einen optimalen Zustand gebracht.

    Was nun den Colt Peacmaker angeht, so wird er seit 1981 nicht mehr gebaut, und selbst da wurde er eigentlich nur noch für Sammler gebaut (immerhin ist es DER Revolver).
    Klar kann er töten, aber im Vergleich zu modernen Waffen ist er unsicher und ungenau.
    Die Halbautomatik ist die Colt Goverment M1911.
    Und die wird derzeit in Auflage 80 (oder sogar mehr) Produziert. Das bedeutet das die Pistole inzwischen 80 mal oder mehr neu überarbeitet wurde.
    Die aktuelle hat mit der Version von 1911 eigentlich nur noch den Namen gemeinsam.
    Ach ja, und natürlich das generelle System.
    Nicht das das was besonderes wäre, da vieleicht 50% aller westlichen Großkaliber-Pistolen nach diesem System (Browning, benannt nach dem Erfinder und Namensgeber der Fabrique Nationale [FN] Browning-Serie) arbeiten.
    Big Mad is Watching
    YOU

  3. #73
    Zynischer Historiker Avatar von Vilati Timmadar
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    Das sind alles richtige Punkte und auf eine Detaildiskussion kann ich mich mit meinen begrenzten Schußwaffenkenntnissen sowieso nicht einlassen.

    Ich wollte nur die Frage stellen, ob sich sowas wirklich lohnt.

    Gewaltige Umstiege auf neue Waffen sind doch immer nur dann vorgekommen, wenn es sich wirklich gelohnt hat.

    Zum Beispiel, als man die Vorderladereinschüsser durch die Hinterladereinschüsser ersetzt hat.
    Später dann kamen die Repetiergewehre als Ersatz für die Hinterladereinschüsser.
    Danach die Karabiner.
    Dann die Gasdrucklader.

    Bei den Amerikanern beispielsweise (bei denen kenne ich mich jetzt am besten aus), war das soweit ich weiß folgendermaßen:

    Der Karabiner war das M1 Garand, was im 2. Weltkrieg eingesetzt wurde.
    Danach kam das M1 Carbine, ein Gasdrucklader mit einem kleinen Magazin. Der Vorteil: Deutlich höhere Feuerrate, größeres Magazin.
    Dann kam das M14, ein fast schon modernes Sturmgewehr. Höhere Feuerrate, größeres Magazin, NATO-Standardmunition.
    Dann das M16. Und nochmal größeres Magazin, kleineres Kaliber usw.

    Jeder Schritt hier stellt einen deutlichen Fortschritt in der Waffentechnik dar. Und ich frage mich nun, ob eine Waffe wie das G-11 gegenüber dem M-16 einen ähnlich Schritt nach vorne bedeutet, wie das M-16 gegenüber der M-14.

    Vielleicht sollten wir da vorher auf diese Generation Waffe warten:
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  4. #74
    BMfH Avatar von mbf
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    Wußte ich doch, daß dieses Topic irgendwo noch existierte...

    HIER gibts gute Infos über die Wirkung von Pfeilen. Das Ganze ist eine medizinische Dissertation und sollte damit halbwegs fundiert sein.
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